Alkohol – weltweit drittgrößte Gefahr für Leben und Gesundheit

Ein internationales Forscherteam hat Gesundheitsdaten aus 187 Ländern ausgewertet und jetzt im Wissenschaftsmagazin “The Lancet” publiziert. Bei der “Global Burden of Desease Study 2010″ (GBDS 2010) geht es um Todesursachen und die Lebenserwartung, die Häufigkeit von Krankheiten und andere Gesundheitsfragen. Die Studie wurde von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) getragen und gestern in London erstmals öffentlich präsentiert. Mitgearbeitet haben an der weltweit größten sozialmedizinischen Untersuchung 486 Autoren aus 50 Ländern.

Bluthochdruck, Rauchen und Alkoholmissbrauch größte Krankmacher

Statistisch gesehen belegt laut der GBDS 2010 hoher Blutdruck den ersten Rang bei den weltweit relevanten Gesundheitsgefahren. 2010 starben an seinen Folgen insgesamt mehr als neun Millionen Menschen. Gefolgt wird er von den Krankmachern Nikotin und Alkohol. Gesundheitsgefährdungen sowie das Todesfall-Risiko durch Alkoholmissbrauch sind seit 1990 um 28 Prozent gestiegen. Zum vierten großen Risikofaktor im globalen Maßstab ist seit 1990 Fettleibigkeit geworden. Auf einen zu hohen Body-Mass-Index gingen 2010 mehr als drei Millionen Todesfälle zurück. Besonders problematisch sei die Lage hier in Australien und Lateinamerika. In Südasien gehört eine hohe Luftverschmutzung durch schädliche Heizmaterialien zu den größten Risikofaktoren.

Höhere Lebenserwartung, reduzierte Gesundheitsprobleme im Armuts-Kontext

Eine wichtige positive Nachricht: Die durchschnittliche Lebenserwartung Neugeborener hat sich seit 1970 signifikant erhöht – bei Männern um 11,1 Jahre auf derzeit 67,5 Jahre, bei Frauen sogar um 12,1 Jahre auf 73,3 Jahre. Weltweit am längsten lebten 2010 japanische Frauen mit 85,9 Jahren und isländische Männer mit 80 Jahren. Auch die Deutschen können mit 82,8 Jahren (für Frauen) und 77,5 Jahren (für Männer) mit einer sehr hohen durchschnittlichen Lebenserwartung rechnen. Sterbefälle bei Kindern bis zu fünf Jahren sind seit 1970 um rund 60 Prozent zurückgegangen, jedoch sterben weltweit mehr Menschen im jungen und mittleren Erwachsenenalter an Krankheiten oder Verletzungen.

Bei einer detaillierten Analyse werde jedoch deutlich, dass sich die Unterschiede in der Lebenserwartung zwischen armen und reichen Regionen in den letzten 40 Jahren nicht verändert haben. Gesundheitsprobleme, die aus Armut resultieren, haben sich in der vergangenen Dekade trotzdem in den meisten Regionen – beispielsweise in Lateinamerika und Asien – verringert. Mangelernährung habe in den letzten zehn Jahren weltweit abgenommen, sei jedoch in Afrika bis auf weiteres ein sehr großes Problem.

Eigeninitiative für mehr Gesundheit

GBDS-2010-Autor Majid Ezzati vom Imperial College London fasste zusammen, dass die gute Neuigkeit der Studie ist, dass wir – individuell und global gesehen – sehr viel tun können, um die heute relevanten Gesundheitsrisiken zu reduzieren.

Aus Sicht der Gesundheitsakademie Schmidbauer trifft dies in unseren Breiten gerade auf die typischen “Zivilisationskrankheiten” – Bluthochdruck, Fettleibigkeit und anderes – sowie auf suchtbedingte Krankheits- und Todesfälle zu. In unseren Intensivtrainings gegen Alkoholmissbrauch gehen Sie zusammen mit uns daher nicht nur die ersten Schritte in ein selbstbestimmtes Leben ohne Sucht, sondern in eine insgesamt gesundheitsfördernde und persönlich erfüllende Lebensweise.

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Datum: Freitag, 14. Dezember 2012 11:41
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