Alkohol an Weihnachten

Weihnachten ist Alkohol-Hochsaison. Wenn sich die Dunkelheit der kurzen Tage mit düsterer Stimmung mischt, greift mancher fast schon reflexartig zur Flasche.
Zumindest bei suchtanfälligen Charakteren wandelt sich die Funktion des Alkohols im trüben Winter oft grundlegend: vom Spaßbeschleuniger im Familien- und Freundeskreis zum vermeintlichen Allheilmittel gegen psychische Probleme. Experten warnen jedoch vor einer Verharmlosung des Hochprozentigen. Denn Lust und Frust des Trinkens liegen mitunter gefährlich nah beieinander.

Man darf nicht vergessen, dass nicht alle Menschen wohlbehütet feiern. Manchmal sind Verzweiflung und Einsamkeit zu Weihnachten besonders groß. Das zeigt sich unter Erwachsenen ebenso wie unter Teenagern. Koma-Saufen bei den Jüngeren kann ein wichtiges Warnsignal sein.

Nicht umsonst dient das Trinkgebaren unterm Weihnachtsbaum vielen Fachleuten als ein Gradmesser, mit dem sich allgemeine Trends des Suchtmittelkonsums identifizieren lassen. Komatöses Trinken gilt immer noch als chic. Der Gesetzgeber hat hier Verantwortung.

Wer alleine ist, fühlt sich an Weihnachten doppelt allein. Das tut niemandem gut. Für Alkoholiker und solche, die es einmal waren, kann die besinnliche Zeit aber zu einer echten Gefahr werden. Weihnachtsmärkte, Weihnachtsfeiern, Festessen – überall wird getrunken.

Gerade zu den Weihnachtstagen sind die Menschen besonders sensibel. Kranke Menschen beginnen über den Sinn des Lebens nachzudenken und viele lassen das bisher Erreichte an sich vorbeiziehen.
Alkoholkranke Menschen haben es besonders schwer, weil sie in der Vergangenheit alle ihre Gefühle mit Alkohol verdrängt haben. Ein trockener Alkoholiker wird an diesen Tagen oft sehr sentimental und die Rückfallquote ist während der weihnachtlichen Feiertage besonders hoch.
Wenn Sie selbst oder ihn ein nahestehender Bekannter oder Verwandter sich auch solche Gedanken währen do der vor den Feiertagen machen, versuchen Sie sich abzulenken.
Weihnachten ist eine schöne Zeit und auch ohne Alkohol kann man im Kreis der Familie oder mit gleichgesinnten Freunden schöne Tage verbringen.

Möchte die Familie selbst Weihnachten nicht ohne Alkohol verbringen, kann man auch bei der eigentlichen Weihnachtsfeier fern bleiben und nur zum Nachmittag bei Kaffee und Kuchen in der Familie das Weihnachtsfest feiern.

Die Weihnachtstage sind oft bei vielen Menschen ein sehr sensibles Thema, wo viel nachgedacht und über den Sinn des Lebens philosophiert wird. Gerade hier kann ein hohes Risiko aufkommen, wenn man sich seinen Gedanken hingibt. Nach Möglichkeit sollte man daher Weihnachten nicht alleine verbringen und sich einen alkoholfreien Kreis suchen, wo man dann Weihnachten ohne Alkohol verbringen kann.

Haben Sie noch weitere Fragen zu diesem Thema? Wenden Sie sich an die Gesundheitsakademie Schmidbauer.

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Datum: Donnerstag, 17. Dezember 2015 12:26
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