Alkohol verändert die Wirkung von Arzneien

Dass Alkohol Wahrnehmung und Reaktionsfähigkeit verändert und beispielsweise die Fahrtüchtigkeit schon nach wenigen Gläsern außer Kraft setzt, ist bekannt. Ebenso gefährlich sind die Wechselwirkungen zwischen alkoholischen Getränken und Medikamenten, die beträchtliche Folgen für die persönliche Gesundheit oder die Sicherheit anderer Menschen haben können.

Alkohol und Medikamente – besonders gefährlich für Senioren

Ärzte und Apotheker meinen, dass diejenigen Patienten auf der sicheren Seite sind, die während der Einnahme von Medikamenten auf den Konsum von Alkohol vollkommen verzichten. Wer das nicht will oder nicht kann, sollte sich vorab unbedingt nach möglichen Wechselwirkungen zwischen dem Feierabendbier und seinen Arzneien kundig machen. Aus Expertensicht sind ältere Menschen durch die Kombination von Medizin und Alkohol besonderen Gefahren ausgesetzt: Zum einen bekommen sie oft eine größere Zahl von Arzneimitteln parallel verordnet, zum anderen braucht ihr Stoffwechsel für die Verarbeitung von medizinischen Wirkstoffen sowie alkoholischen Getränken länger. Alkohol wird von Senioren oft generell schlecht vertragen – Mediziner erklären dies unter anderem durch den geringeren Körperwasser-Anteil, durch den der Alkoholspiegel im Blut schneller steigt als in jüngeren Jahren.

Unverträglichkeiten, Vergiftungen und gedämpftes Reaktionsvermögen

Wie sich die Kombination von Alkohol und Medikamenten auswirkt, hängt von der Wirkungsweise der Arzneien ab. Die Wirkung einiger Präparate verstärkt sich deshalb, weil die zu ihrem Abbau erforderlichen Leber-Enzyme durch den Alkohol “blockiert” sind – in diese Gruppe fallen unter anderem viele Beruhigungsmittel oder Psychopharmaka. Beta-Blocker/Blutdruck-Senker sowie Gerinnungshemmer wirken dagegen schwächer, da der Alkohol ihren Abbau zusätzlich forciert. Einige Antibiotika und Antifungizide verhindern auch den Abbau des Alkohols in der Leber, was zu einer Alkoholunverträglichkeit mit Übelkeit, Erbrechen, Herzrasen und anderen Vergiftungserscheinungen führen kann.

Bei Medikamenten, die auf das zentrale Nervensystem wirken, ist die Einschränkung des Reaktionsvermögens eine häufige Nebenwirkung, die sich durch den Konsum von Alkohol nochmals verstärkt. Besonders tückisch ist, dass die kombinierte Wirkung über viele Stunden anhält und dann im Beruf oder auf der Straße zu einem expliziten Sicherheitsrisiko werden kann. Beispiele sind auch hier viele Psychopharmaka, Schlaf- oder Beruhigungsmittel, Anti-Epileptika, aber auch frei verkäufliche Mittel gegen Allergien. Bei besonders unglücklichen Kombinationen entsteht aus Alkohol und Medikamenten ein besonders aggressiver Wirkstoff-Cocktail, der potentiell zu schweren Leberschäden inklusive einer Leberzirrhose führen kann.

Aus Sicht der Gesundheitsakademie Schmidbauer sollten Sie gerade bei behandlungsbedürftigen gesundheitlichen Einschränkungen Ihren Alkoholkonsum grundsätzlich überdenken und bei problematischen Trinkgewohnheiten frühzeitig gegensteuern. Alkohol wirkt auch für sich genommen bei regelmäßigem oder übermäßigem Konsum als ein Zellgift, das – einmal abgesehen von der Suchtgefahr – die Entstehung verschiedener schwerer Erkrankungen begünstigt, seine krebsauslösende Wirkung wurde inzwischen durch mehr als eine Studie nachgewiesen. In unseren Intensivtrainings zur Alkoholprävention unterstützen wir Sie auf Ihrem persönlichen Weg in ein selbstbestimmtes und gesundes Leben ohne Suchtfaktoren.

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Datum: Freitag, 30. November 2012 10:24
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