Alkohol erhöht das Risiko für Speiseröhrenkrebs

Dass regelmäßiger Alkoholkonsum die Leber schädigt und auf lange Sicht auch Leberkrebs erzeugen kann, ist allgemein bekannt. Die Grenzwerte für risikoarmes Trinken – etwa 12 Gramm reiner Alkohol für Frauen, 24 Gramm für Männer, also maximal ein bis zwei Gläser Wein oder Bier pro Tag – beziehen sich vor allem auf den Schutz der Leber vor einer Schädigung durch Alkohol. In der öffentlichen Diskussion deutlich weniger präsent ist die Tatsache, dass Alkoholkonsum auch einen Speiseröhrenkrebs zur Folge haben kann – ausschlaggebend für dieses Risiko ist nicht die Art des Alkohols, sondern der regelmäßige Konsum mit seinen negativen Folgen für Speiseröhre, Magen und Verdauungstrakt.

In einem Interview mit dem Nachrichtenmagazin “Focus” führte Ulrich R. Fölsch, Gastroenterologe am Universitätsklinikum Kiel, dazu aus, dass Alkohol zu einer chronischen Entzündung von Magen und Speiseröhre führe. Solche Entzündungsherde bereiten grundsätzlich den Nährboden für Krebsvorstufen – sogenannte Präkanzerosen – vor. Für Speiseröhrenkrebs ist Alkohol in diesem Kontext der stärkste Risiko-Faktor.

Krankmachend ist die Menge des konsumierten Alkohols

Früher galt in Bezug auf den Zusammenhang von Speiseröhrenkrebs und Alkoholkonsum die Meinung, dass sich dieses Risiko vor allem aus dem Konsum von hartem Alkohol ergebe, Bier und Wein dagegen vergleichsweise harmlos seien. Fölsch hielt hier aktuelle medizinische Erkenntnisse dagegen, nach denen für die Krebsgefahr allein die Menge der konsumierten alkoholischen Getränke ausschlaggebend sei. Wer beispielsweise täglich drei Liter Bier zu sich nehme, trage ein deutlich höheres Risiko als jemand, der allabendlich zwei kleine Gläser Whisky oder Cognac konsumiere, da der reine Alkoholgehalt seines Quantums Bier deutlich höher ist.

Wachsende Zahl an Neuerkrankungen durch steigenden Alkoholkonsum

Anders als für die Prävention von alkoholbedingten Leberschäden gelten für den Schutz der Speiseröhre keine vergleichbaren Grenzwerte respektive unbedenkliche tägliche Mengen an Alkohol. Ulrich R. Fölschs Speiseröhrenkrebs-Patienten waren jedoch ausnahmslos starke Trinker. Insgesamt hat sich seit den 1950er Jahren die Zahl der Erkrankungen an Speiseröhrenkrebs fast verdoppelt. Allein im Jahr 2010 erfasste das Robert-Koch in seinem Krebs-Register über 5.400 Neuerkrankungen an dieser Krebsart. Mediziner und Wissenschaftler gehen davon aus, dass diese Entwicklung nicht zuletzt durch den steigenden Alkoholkonsum bedingt ist.

Weitere Risiko-Faktoren für Speiseröhrenkrebs sind Rauchen sowie die sogenannte Reflux-Krankheit. Bei einem Reflux steigt Magensäure in die Speiseröhre auf und führt dort zu Sodbrennen und Veränderungen der Speiseröhren-Schleimhaut, woraus sich ebenfalls Präkanzerosen entwickeln können – als Ursache dafür steht ebenfalls regelmäßiger Alkoholkonsum an erster Stelle.

Wenn Wein, Bier oder Hochprozentiges bereits zu Ihren täglichen Begleitern zählen, sollten Sie daher auch die körperlichen Folgen Ihres Alkoholkonsums bedenken – bevor sich erste Krankheitszeichen und unumkehrbare körperliche Schädigungen bemerkbar machen. In den Intensivtrainings der Gesundheitsakademie Schmidbauer unterstützen unsere Experten Sie bei der Bewältigung von Stress, Arbeitsüberlastung oder persönlichen Problemen ohne alkoholische Getränke. Dabei geht es uns nicht nur um die Prävention von alkoholbedingten gesundheitlichen oder sozialen Schwierigkeiten, sondern auch um Lebensfreude und “Genuss im Alltag” ohne Sucht.

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Datum: Montag, 8. Oktober 2012 10:34
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