Alkohol am Steuer ist kein Kavaliersdelikt

Das Risiko, in einen Unfall verwickelt zu werden, ist bei 0,5 Promille schon doppelt so hoch wie in nüchternem Zustand.

Viele tausend Male findet es täglich unter deutschen Dächern so statt: Man hat gut gegessen, die Runde war fröhlich, der Wein ausgesucht und schmackhaft – und dann kommt der Moment der Wahrheit: Ist man nach zwei Gläsern Bier oder Wein überhaupt noch fahrtüchtig? „Das bisschen Wein zum Essen macht doch nichts“, sagt sich dann so mancher und greift zum Autoschlüssel. Diese Fehlentscheidung kann fatale Folgen haben.

Das berühmte „Kavaliersdelikt“ gibt es nämlich nicht: Alkohol am Steuer ist nicht nur eine Hauptursache für Verkehrsunfälle, Alkohol am Steuer ist auch ein Vergehen, das ganze Existenzen aufs Spiel setzen kann. In Deutschland sterben immer noch etwa 11 Prozent derjenigen, die Opfer eines Verkehrsunfalls werden, an den Folgen eines Alkoholunfalls – das ist fast jeder neunte Unfalltote.

Alkohol und die Teilnahme am Straßenverkehr passen nicht zusammen. Ob man Auto fährt oder mit dem Fahrrad unterwegs ist – als Verkehrsteilnehmer sollte man am besten gar keinen Alkohol trinken. Die Gefahrenschwelle beginnt bereits bei 0,2 bis 0,3 Promille, also nach einem Glas Bier oder Wein. Schon diese geringe Menge Alkohol verlängert die Reaktionszeit und erhöht die Bereitschaft zu riskantem Fahren. Sehfähigkeit und Bewegungskoordination sind beeinträchtigt. Ab etwa 0,5 Promille reagiert man langsamer, Geschwindigkeiten werden falsch eingeschätzt, die Risikobereitschaft ist erhöht. Das Risiko, in einen Unfall verwickelt zu werden, ist schon doppelt so hoch wie in nüchternem Zustand. Wer mit 0,5 Promille und mehr am Straßenverkehr teilnimmt, handelt ordnungswidrig.

Bei etwa 0,8 Promille sind alle Reaktionen deutlich verlangsamt. Typische Fahrfehler alkoholisierter Fahrzeugführer sind unter anderem überhöhte Geschwindigkeit, Fahren in Schlangenlinien, riskante Überholmanöver oder auch die Mitnahme von zu vielen Personen. Bei 1,1 Promille liegt der Grenzwert für die absolute Fahruntüchtigkeit. Das Risiko, in einen Unfall verwickelt zu werden, ist jetzt 10 Mal so hoch wie in nüchternem Zustand.

Was viele noch immer nicht wissen: auch eine Trunkenheitsfahrt mit dem Fahrrad kann zum Entzug der Fahrerlaubnis führen. Also liebe Radler, unbedingt darauf achten, dass ihr vor einer Fahrt nicht zu viel zu euch nehmt.

Für Personen, die das 21. Lebensjahr noch nicht vollendet haben und alle diejenigen, die sich nach Ersterteilung einer Fahrerlaubnis als Fahranfänger im Straßenverkehr bewähren müssen, gilt absolutes Alkoholverbot. Hier sollte also unbedingt vorher geklärt werden, wer das Auto nach dem Disco-Besuch steuert. Noch besser wäre es jedoch, gleich ein Taxi für die Heimfahrt zu bestellen. So kann auch hier der Verlust der Fahrerlaubnis und damit großer Ärger vermieden werden.

Junge Menschen haben ein überdurchschnittliches Unfallrisiko im Straßenverkehr. Der Grund ist häufig eine Überschätzung der eigenen Fahrfähigkeiten und eine hohe Risikobereitschaft. Beide Faktoren werden durch Alkoholkonsum verstärkt. Nächtliche Freizeitunfälle ereignen sich hauptsächlich nach dem Besuch von Discos und Kneipen oder nach privaten Partys. Für 18- bis 24-Jährige stehen Unfälle im Zusammenhang mit Disco-Besuchen an erster Stelle, für 25- bis 34-Jährige Unfälle im Zusammenhang mit Kneipenbesuchen.

Haben Sie noch weitere Fragen? Wenden Sie sich an die Gesundheitsakademie Schmidbauer.

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Datum: Donnerstag, 4. Februar 2016 13:44
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